Loading

Report as inappropriate

Hallo Leute, ich würde gern das Thema wieder aufleben lassen. Wie sieht es denn mit Euren Erfahrungen nach jetzt rund zwei Jahren aus ? Ist jemand an dem Thema drangeblieben ? Ich denke, das sollte man nicht im Sande verlaufen lassen. Ich hab mir Ende 2019 nur einen 3D-Drucker zugelegt, weil es da schon PLA gab. Ich hätte schon lang einen gehabt, wollte aber keinen weiteren Kunststoff in die Welt setzen. Bei PLA gab es dann aber kein Halten mehr. Nun nach gut 2 Jahren, in denen natürlich auch etliche Fehldrucke und Reste sowie auch leere Spulen angefallen sind - was ich alles sammle und nicht wegwerfe - beschäftige ich mich auch intensiv mit der Frage des Receycling. Ich verwende konsequent nur PLA - sonst nichts - aber da wären ja noch die bösen Spulen, die nun mal nicht aus PLA sind.
Meine intensiven Recherchen haben mich 2 Firmen im Internet finden lassen, wo man das alles angeblich hinschicken kann und dann sogar Gutschriften für seine Reste bekommt, die man für neues Filament verwenden kann, wenn man es bei denen kauft. Die erste Firma davon ist aber schon wieder abgemeldet seit März 2021 - hat sich wohl nicht gelohnt. Wer will schon recyceltes Filament für 25 Euro die Rolle kaufen - wo es Filament in Top-Qualität für ca. 22 Euro die Rolle gibt. Der zweiten Firma wird es ebenso gehen, das wird nicht wirklich gut laufen schätze ich. Daher verlinke ich die gar nicht erst. Ich suche eine nachhaltige und sinnvolle Möglichkeit, auf Dauer meine Reste zu verwerten. Ich will auch selber kein "minderwertiges" Filament aus meinen Resten herstellen - zu teuer, zu viel Platz, zu wenig lohnenswert.

Wohin gehört was ? Nach meinen Recherchen gehören die Spulen, die meist aus ABS oder anderem nicht abbaubarem Kunststoff sind und kein grünes Zeichen haben, tatsächlich in den Restmüll oder am allerbesten auf den Recyclinghof zu den Haushaltskunststoffen. In den gelben Sack gehören tatsächlich nur Verpackungen mit dem grünen Zeichen drauf.

PLA-Reste kann man theoretisch im Kompost entsorgen - nur leider sind da eben die Betreiber solcher Kompostieranlagen meist noch nicht drüber informiert und nehmen das aus Unsicherheit nicht - man kann ja als Laie nicht erkennen, ob es wirklich nur PLA ist - ist ja schon als Maker teilweise schwierig zu erkennen. Eine industrielle Kompostieranlage benötigt ca. 6 Monate bis PLA-Teile verrottet sind, wirft man es in seinen Komposthaufen im Garten, dauert es locker über ein Jahr oder länger - je nach Größe und Dicke des Teiles. Hierzu mache ich auch noch Tests - muß dazu meine Schwester einspannen - hab selber keinen Garten.

Spulen: Hiermit hab ich schon etliche Kleinteile-Magazine gebaut. Teilweise kann man die vielleicht verschenken oder wer das Geld nötig braucht, vielleicht bei ebay verkaufen. Stylisch sind sie in jedem Fall, finde ich. Leere Spulen auch mal bei ebay Kleinanzeigen reinsetzen, manchmal braucht jemand welche für ein Projekt, hab da auch schon 10 Stück verschickt. Einfach zu verschenken, Versand übernimmt dann der Käufer, wenn er nicht abholen kann. Hat geklappt. Oder mal in Kindergärten etc. fragen, die basteln da auch gern damit.
Auch Masterspools sind cool - 3 Stück hab ich - mehr brauch ich davon gar nicht. Es gibt refill-Filament in guter Qualität. Ich kaufe meins bei 3Djake hier: https://www.3djake.de/suche?keyword=Refill+Easy (kein Affiliate-Link ! Reine Begeisterung !)

Fehldrucke/Filament-Reste: Sortenrein aufbewahren würde ich sagen, irgendwann gibt es was, wo man sie anständig verwertet bekommt. Bis dahin sammle ich - ich hab sowieso nur PLA. Wer anderes hat, sollte die Reste vielleicht schon getrennt aufbewahren bis die richtige Lösung kommt. Das kann nie schaden. (So wie früher DNA-Spuren irgendwie aufbewahrt wurden, als es noch keine DNA-Tests gab - das finde ich genial - so weit im voraus denken!)
Filamentreste kann man super mit einem 3D-Druckstift aufbrauchen. Ich hab selber ein paar davon und hab schon an die Kinder in der Familie verschenkt - die bekommen dann meine PLA-Reste von den Rollen zum basteln mit ihrem neuen 3D-Stift - und der Nachschub rollt immer weiter, geht nie aus - grins.

Ich hab auch schon versucht, den PLA-Schrott im Backofen zu Platten zu schmelzen - dauert ewig, braucht entsprechend viel Strom und stinkt dann auch noch - und wenn man kein spezielles Presswerk etc. dazu hat, gibts auch nur wellige Oberfläche. Schön ist es nicht, aber selten und bunt. Dann kann man sich noch überlegen, was man dann damit macht. Kann man noch warm in Stücke schneiden oder kalt dann irgendwas zusägen davon. Erschöpfend ist das auch noch nicht - also noch nicht bis zu Ende gedacht. Und Backofen kommt für mich auch nicht auf Dauer in Frage.

Mir schwebt vor, bunte Platten herzustellen aus Epoxidharz, in denen ich zerkleinerte PLA-Reste mit eingieße - diese müssen dann zumindest in flachen Scheiben sein - im günstigsten Fall schön zu granulatähnlichen Teilchen. Daraus könnte man dann schon mal schöne Regale etc. bauen. Ich hab zum Beispiel IKEA Kallax-Regale - eine ganze Wand voll bis zur Decke hoch - da kann man von den Platten diese gefragten Boxen dafür bauen oder Türen vor die Regalabteile usw. Ja, ich weiß, viel Aufwand und Epoxi kostet auch wieder, aber wer will, kann das ja perfektionieren und auch wiederum verkaufen. Wer sowieso vielleicht schon mit Epoxidharz arbeitet etc.

Lasst uns doch mal weiterspinnen. Vielleicht fällt dem ein oder anderen hier daraufhin wieder was anderes ein, was der andere toll findet.

Warum schließen sich nicht ein paar Leute zusammen und bestellen meinetwegen einen solchen Recycling-Apparat, wo man am Ende Filament rausbekommt ? Es muß doch nicht jeder einen haben ? Ich hätte vielleicht das Geld, will aber den Platz dafür nicht aufbringen. Der andere hätte den Platz und auch Bock auf das Filament, hat aber nicht das nötige Kleingeld. Ich würde mich zum Beispiel finanziell an so einem Apparat beteiligen, wenn ich dann die Druck-Abfälle da hinschicken kann zum verwerten.

Was meint Ihr so ? Würde mich freuen, wenn es hier weitergeht. Wegschmeißen ist auch nicht die Lösung.

Ich bräuchte eigentlich nur einen Schredder, der richtig Bums hat und auch mal echt hart gedruckte (mit viel Infill) Teile zermalmen kann. Der muß dann schon groß sein - aber den Platz hab ich eben nicht. Hat noch jemand eine Idee, wie ich einen Sack voll Druckteile in Scheibchen schneiden kann ohne wochenlange Sägerei mit der Handsäge. El. Säge kommt wohl auch nicht in Betracht, wird zu heiß und dann schmilzt das PLA und verklebt das Sägeblatt. Was gäbs denn noch ? Ein Gartenhäcksler ? Kann dazu jemand was sagen, ob das klappen könnte ?

Bitte gern alle Ideen an mich ran. Ich bin äußerst gewillt, hier eine anständige und nachhaltige Lösung zu finden, dass ich die PLA -Teile wieder verwerten kann und nicht wegwerfen muß.

Würde mich freuen, wenn es hier weitergeht und das Thema nicht im Sande verläuft. Grüße !