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Hallo ! Super, dass hier doch noch Leben drin ist. Ich hab leider erst Ende 2019 durch ein Familienmitglied von PLA erfahren. Hatte das Thema 3D-Druck eigentlich schon zu den Akten gelegt. Dann hat sich der Neffe meines Lebensgefährten einen Ender3 zugelegt und ihn uns gezeigt. Dabei kamen wir dann in das "Plastik-Gespräch" und für mich war das völlig neu mit PLA . Hatte mich da einfach nicht mehr drum gekümmert. Nach dem Besuch nach Hause gefahren und gleich einen Drucker bestellt. :-)
So - das mit dem Verbrennen ist auch interessant - auf die Idee wäre ich auch nicht gekommen. Na klar wird wohl unser Müll aus der Restmülltonne eh verbrannt - von dem her kannste den Ofen auch damit gleich anheizen. Ich habe keinen, mein Cousin hat ein Haus und ist immer auf der Suche nach Feuerholz. Mal sehen, ob der es mal versuchen will.

PLA Feldversuch ist sehr interessant, nach 3,5 Jahren immer noch keine Spur von Verrottung - oh mein Gott. Was braucht es, damit das verrottet ? Was machen industrielle Kompostieranlagen anders ? Ich hab irgendwo gelesen oder in den Medien gesehen, dass die Verrottungszeit auf ca. 6 Monate reduziert wird. Wäre noch die Frage, wodurch genau ? Und ob diese Aussage überhaupt stimmt.
Ich denke, die genauen Inhaltsstoffe von PLA sind auch von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich und man muß sie irgendwie mal analysieren. Ich hatte vor einigen Wochen zum Beispiel für einen Kollegen was gedruckt, dessen Drucker auseinandergebaut war. Er gab mir eine Rolle PLA mit, weil er es in einer bestimmten Farbe haben wollte. Ich hab erst bei 220 Grad einen anständigen Druck hinbekommen. Hier war eindeutig noch was anderes im Spiel. Hab mich dann mit ihm unterhalten und dann geschaut, wo er das her hatte. Und natürlich gab es auf dieser Seite noch zu kaufen: EIN PLA-PETG-Gemisch. Und ich vermute, wenn die das sowieso schon mischen können, haben sie es bei diesem PLA auch gemacht ohne groß zu deklarieren - einfach um die Eigenschaften des PLA zu verbessern. Also manchmal wird einem sicher auch noch komisches Zeugs untergejubelt. Wer kennt sich genauer aus mit den Inhaltsstoffen im PLA von Euch ? Auch ein interessantes Thema.

Komisch, seit ich mich mit dem Thema beschäftige, laufen meine Drucker nicht mehr 24/7 sondern stehen auch mal ne Woche still. Ich überlege mir auch jede Konstruktion etwas gründlicher und versuche nicht maßhaltige Fehldrucke zu vermeiden. Früher hab ich einfach gedruckt und probiert obs passt und notfalls noch mal nachkorrigiert und noch mal gedruckt. Wenn der Drucker allerdings aus anderen Gründen selber aussteigt oder Mist druckt, haste wieder Müll. Das alles bestmöglich zu vermeiden, ist wohl immer noch die nachhaltigste Müllvermeidungs-Methode.

Die Spulen als Kabelaufwickler zu nehmen ist auch gut. Nur braucht es dann auch lange Kabel, damit sich die große Spule lohnt. Die Spulen-Regale sehen hübsch aus, sind aber zugegeben dadurch unpraktisch, weil sie rund sind. Runde Behälter verschwenden immer Platz. Aber sie erfüllen mehrere Zwecke auf einmal: Erstens: MAN KANN WIEDER WAS DRUCKEN ! :-))))))))) Zweitens: Aber man muß kein schlechtes Gefühl dabei haben, denn man rettet ja dadurch die Spule vor dem Müll (Ironie, wer es nicht erkannt hat).
Drittens: Am Ende hat man ein wie ich finde, doch recht exotisches hübsches kleines Kleinteile-Magazin (ich stapel die noch nach oben und drucke dafür noch Drehteller und Mittelsäule - autschn), was nicht jeder hat und es gibt Platz für alles mögliche und ist aufgeräumt. Damit ich mich hier nicht sinnloser Probiererei aussetze, hab ich selber welche konstruiert, die exakt auf die Spulen passen, von denen ich die meisten Abfälle habe.

Und übrigens: Ich hab angefangen, Seitenteile für eine Schublade aus Epoxidharz herzustellen - mit eingegossenen zerkleinerten PLA-Resten. Aber fragt nicht, ich hab dazu ein großes Teil von Hand bis in kleinste Teile zerknipst mit dem Seitenschneider. Wenn man den Schneider in Fahrtrichtung der Lagen reinknipst (geht natürlich auch nur bei relativ dünnwandigen Teilen), kann man mit roher Gewalt das Teil zwischen den Lagen dort auseinanderreißen. Nach ca. 4 Stunden war das Ding zerkleinert und ich hab eine Blase am Finger vom Seitenschneider. Und ich hab festgestellt: Man muß ganz schön viele Sachen damit machen, denn so viel Müll wie ich dachte, paßt da auch nicht rein. Na gut, es ist ein Anfang und der Gedanke wird weiter und weiter gesponnen.

Filament verbinden: Auch noch ein sehr interessantes Thema. Hier hab ich schon verschiedene Sachen ausprobiert und nichts war für mich wirklich zufriedenstellend. In 80% der Fälle löst sich die Verbindung wieder. Ich hab mir sogar mal eine Art Lockenstab (für Haarverlängerung glaube ich) mit solchen Einkerbungen gekauft, wo man die beiden Enden einklemmt und miteinander verschmilzt - mit einem Schnipsel Backfolie drum herum. Auch das klappt nicht immer und man braucht mehrere Versuche. Ich hab die beiden Hülsen, die man zudreht und damit die heißen Filamentenden zusammenschmilzt. Diese Methode funktioniert bis jetzt am besten vom Zusammenschweißen her, nur muß man dann den ganzen Filamentstrang da wieder rausfädeln und das ist sehr unpraktisch. Manche lassen ihn auf dem Filament hängen und drucken dann so - er rutscht ja immer wieder weiter. Das wäre mir zu heikel, ich beobachte meine Drucker nicht dauernd, das verkantet sich mal irgendwann und dann gibts wieder einen Unfalldruck. Eine Art Zange wäre genial, die beide Enden wirklich zufriedenstellend und immer gleichbleibend und vor allem mit immer gleichem Durchmesser an der Schweißstelle zusammenschweißt. Dann könnte man geschwind eine neue Rolle an die Restrolle schmelzen - während des Druckens. Und somit gäbe es auch keine Reste mehr auf den Rollen.
Hat denn das bei Dir wirklich lückenlos und ohne Unfälle bunt gedruckt ? Nicht wieder abgerissen bis jetzt ? Ich hab auch so eine Rolle hier, aber schon beim zweiten Farbwechsel ist der Draht wieder abgerissen - Fehldruck. Mist. Und das obwohl ich bei jeder Schweißnaht versucht habe, ob sie wirklich fest ist. Schon allein durch das Aufwickeln und dann wieder Abwickeln von der Rolle beim Druck wird die Naht wieder belastet und kann doch wieder brechen. Das ist alles nicht so wirklich bombensicher. Oder wie machst Du das ?

Masterspool: Die Idee ist auch simpel mit den Gewindestangen. Meine bereits gedruckten Masterspools reichen mir erst mal, aber wenn ich wider Erwarten doch mal noch mehr benötige, werde ich das mit den Gewindestangen in Erwägung ziehen. Gewindestangen haben wir von Haus aus hier immer vorrätig, weil man sie einfach für alles mögliche brauchen kann. Ich frage mich nur: Wo genau platzierst Du dann genau die Gewindestangen an den Rollen, dass sie beim Drucken oder Einsetzen des Refill-Filamentes nicht stören ?
By the way: Ich hab nicht die ganze Masterspool gedruckt - da gibt es auch einen kleineren Einsatz, den man an der auseiandergesägten Spule anschraubt und der aufschraubbar ist. Das geht super.

Zusammenfassend bin ich froh, dass es noch nicht alle aufgegeben haben. Irgendwelche Lösungen müssen sich doch finden, das wir - nur weil es so Mega-Spaß macht - nicht der Umwelt noch mehr unnötigen Müll aufhalsen. Auf der anderen Seite ist es ja teilweise auch sehr hilfreich, so kleine Alltagshelfer zu drucken, die einem das Leben erleichtern. Anfang der Corona-Welle hab ich mich fleißig mit beteiligt, die Kopfbänder für die Faceshields zu drucken - die alle möglichen Mediziner und Pflegekräfte brauchten. Ich hab über 500 Stück davon gedruckt und mit verteilt. Da war ich mal richtig stolz, mit meinem Drucker helfen zu können. Mittlerweile gibts davon genügend - und wahrscheinlich in ABS gegossen. Jetzt werden hin und wieder noch Nackenbänder/Earsaver gedruckt und an die Kollegen verteilt, deren Ohren schon wund sind von den Masken. Auch das ist für mich noch eine sinnvolle Reste-Verwertung und die Kollegen freuen sich.

Bei der Gelegenheit: Hat da noch jemand tolle Ideen, was man kleines, sinnvolles, wenig Material verbrauchendes drucken kann mit den Resten zum Beispiel ? Kleine Kit-Cards hab ich auch schon probiert hier auf Thingiverse, aber 4 von 5 sind besch.... konstruiert und funktionieren beim Zusammenbau an irgendeiner Stelle gar nicht, weil nicht maßhaltig usw. Ich hab hier wenig Lust, die alle durchzuprobieren - das ist auch wieder Müll, der nicht sein muß. Sonst noch Ideen ?

Liebe Grüße !