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Hilfe bei der Druckerauswahl

Hallo Community,

ich dachte der Einstieg in das Thema 3D-Druck ist einfacher. Ein erster Überblick über die auf dem Markt verfügbaren Drucker hat mich glatt erschlagen.
Als erstes dachte ich mir ein Ultimaker 3 müsste es sein. Dual-Extruder, anhebbarer Druckkopf, super Druckergebnisse, ... einfach genial.
Mittlerweile bin ich aber auf den Boden der Tatsachen zurück gekehrt und würde mir nun etwas Entscheidungshilfe und Erfahrungen von Euch wünschen.

Was will ich damit machen:
Teile für den Flugzeug-Modellbau
Teile für Funkantennen (Außenbereich, temperatur- und witterungsbeständig)
Teile für das Foto-Hobby meines Sohnes
Und wenn ich den Drucker erst mal habe fällt mir bestimmt noch viel mehr ein ...
Für die meisten Teile benötige ich eine hohe Festigkeit
Die Oberflächen müssen vermutlich nicht spiegelglatt sein

Welche Filamente möchte ich nutzen:
PLA
ABS
Nylon
Flexibles Material
Oder habe ich was vergessen bei dem was ich damit machen will?

Welche Wünsche haben sich aus meinen tagelangen Recherchen noch ergeben:
Preis bis maximal 1500 Euronen (muss aber nicht sein, da ich für das übrige Geld genügend andere Verwendungszwecke habe :-))
Single-Extruder
Geschlossenes Gehäuse (für ABS, ...)
Beheizte Platte
Druckqualität sehr gut (ich weiß, das ist relativ)
Offenes System, damit ich nicht an Filamente des Druckerherstellers gebunden bin und möglichst viele Einstellungen für Optimierungen selbst vornehmen kann
Bausatz darf es gerne sein
Es soll kein Sparschwein sein, in das ich regelmäßig viel Geld für Instandsetzungen usw. investieren muss
Bei Problemen wäre eine gute Community im Netz wünschenswert

Das ist alles, was mir im Moment einfällt.

Ich freue mich schon auf Eure Antworten.

Viele Grüße
Peter

Hi,
ich wurde ein Sparkcube 1.1XL dir empfehlen, grosse druckerplatte, die Mechanik ist einmalig, z.B. kommen die 2 Riemen zum Druckkopf genau in der Mitte an, einmal links einmal rechts, dadurch ist das verkanten fast unmöglich, die ganze Konstruktion ist sehr durchdacht und sehr stabil/robust und genau.
Ich besitze auch eins, seit 1 1/2 und bin sehr zufrieden damit.
Es gibt hier bei thinginverse auch nicht so viele Verbesserungsvorschläge/Teile für den Drucker, weil es nichts zu verbessern gibt.
Gruß
Alocinb

Bei den Materialien wirst Du PETG ergänzen wollen. Das weitet die Anforderungen nicht aus, aber erweitert Deine Möglichkeiten und die Freude am Ergebnis.

Im Übrigen: Wähle ein möglichst offenes, veränderungs- und erweiterungsfreundliches Modell aus. Wechselbare Druckbett-Oberflächen sind so ein Thema ... Hotend-Tausch wird sicher mal interessant. Druckbett nicht zu klein, aber auch nicht monströs. Gleiches gilt für die Bauhöhe.

Wenn Du Nylon drucken willst, mach Dich vorher über die Notwendigkeiten beim Druckbett schlau - und die daraus folgenden Bedingungen. Ich habe mit Hartpapier sehr gute Erfahrungen, aber auch einige Stunden trial-and-error sammeln können. Tufnol, oder wie immer es genannt wird, hinreichend aufheizen zu können, verlangt einiges... Aber dann! ;)

Hallo,

nachdem ich noch weiter recherchiert habe, ist mein Ziel ein Drucker, bei dem sich das Druckbett nur in Z-Richtung bewegt, also Core XY, H-Bot, .... Könnt Ihr mir in dieser Richtung etwas empfehlen. Am liebsten wäre mir ein Bausatz, damit ich mir nicht alle Teile aus verschiedenen Quellen zusammen suchen muss und dann nicht weiß, was für eine Qualität ich jeweils bekomme.

Viele Grüße
Peter

Hi Peter,

habe selbst für die Schule 4 3D-Drucker angeschafft. Oberstes Credo: Wartungsarm und einfach in der Bedienung. Habe mich damals nach einigen Recherchen für einen Ultimaker Original entschieden und würde das wieder tun. Den gibt es inzwischen als Ultimaker Plus Bausatz, da ist - was bei meinem leider fehlt - die Heizplatte gleich mit dabei. Somit sollte der Druck von PLA und ABS kein Problem darstellen. Wegen des langen Bowdenschlauchs soll es wohl Probleme mit dem Druck von Nylon geben, hab es aber noch nicht ausprobiert. Klingt jedoch logisch.Geschlossenes Gehäuse hat er nicht, es gibt aber jede Menge Anleitungen im Netz, wie man sowas selbst nachrüsten kann.
Die Druckqualität ist nach wie vor sehr hoch, der Preis liegt zwischen 1150 und 1200 EUR, Bindung an bestimmtes Filament gibt es nicht und die Community ist riesig.

Wenn man nicht groß basteln will sollte es etwas sein, das fertig aus der Tüte fällt. Mit geschlossenem Gehäuse (ABS Dämpfe), solider Technik und Heizbett. Da bleiben dann Makerbot 2x, Ultimaker 2/3 oder Flashforge. Letzteren habe ich als FF Creator Dual Pro 2016 und einen Rigidbot Big mit ca 40x30x30cm Bauraum. So schön der RB ist - wird er immer ein DIY Drucker bleiben, an dem irgendetwas zu machen ist. Anders der Flashforge - der druckt auch zuverlässig wenn man nicht daneben sitzt.

Ich würde da den Hephestos 2 von bq empfehlen. Er hat die gleichen Eigenschaften wie der mk2 aber wesentlich hochwertigere Bauteile und eine relativ steife Mechanik. Ich bin normalerweise die Arbeit mit Inustridruckern gewohnt, der Hephestos 2 hat mich aber dennoch überzeugt. Es gibt ihn mit Heizbett und er hat standardmäßig automatisches Bedleveling. Er ist mit beheiztem Bett für 1150€ zu kaufen und meiner Meinung nach sehr preiswert.
Mich überzeugt, dass er hochwertige Lineraführungen von Hiwin und Igus verbaut hat und eine vergleichbar hohe Präzsion erzielt. Dies macht ihn auch sehr leise. Mit dem Extruder sind so gut wie alle Materialien verwenbar.

Vielen Dank für Eure schnellen Antworten!!!

Da bleibt mir ja fast nichts anderes übrig, als einen MK2S zu bestellen. :-)))
Aber 6 - 7 Wochen warten, .... das wird hart!

Die 4-Filament-Lösung mit nur einem HotEnd (richtig??) finde ich auch genial.

Was mir noch Kopfzerbrechen macht ist die Frage, ob durch das Bewegen des Drucktisches nach vorne und hinten (z-Richtung ??) und die damit verbundene Beschleunigung des Druckobjektes dieses nicht wackelt und der Druck ungenau wird oder sich das Druckobjekt gar vom Tisch löst.
Könnt Ihr da meine Zweifel zerstreuen?

Unbedingt den Prusa MK2 wie einige andere auch schon vorgeschlagen haben.
http://shop.prusa3d.com/en/3d-printers/59-original-prusa-i3-mk2-kit.html
Lass die Finger von den billigen Kits, da bastelst Du mehr am Drucker als an Deinen Modellen.

Mit dem MK2 bekommst Du für <1000€ (739€ als Kit) einen sehr guten Drucker, der auch weitaus teurere Konkurrenten in Hinblick auf Druckqualität und Benutzerfreundlichkeit schlägt.
Auch Upgrades stehen zur Verfügung, sodass Du bis zu 4 verschiedene Filamente gleichzeitig drucken kannst, sollte das später mal interessant werden.
Zudem kannst Du Dir sicher sein, dass das Team um Josef Prusa die weitere Entwicklung vorantreibt und noch einige spannende Dinge rausbringen wird.

Hallo Peter,
ich kann mich da nur markusp anschließen. Besitze selber einen Prusa MK2 und bin schwer begeistert. Alle geforderten Materialien druckt er ohne Probleme. Bei ABS und PETG kommt es allerdings auf die Druckgröße an. Wenn du das komplette Bett bespielen willst und du wenig Auflagefläche hast, wirst du ein Problem mit Warping bekommen. Das Problem hast du allerdings auch bei geschlossenen, nicht beheizten Systemen. Der Aufbau des Druckers ist zwar nicht mega simpel, aber mit der super Anleitung auch nicht allzu schwer.
Das automatische Bedleveling ist wirklich großartig. Die Druckergebnisse sind richtig geil und sowohl Software als auch Hardware sind under development, man bekommt also ständig Upgrades für den Drucker, neue Software, etc.
Einen großen Nachteil hat das System allerdings: Da es so beliebt ist, musst du dich 6-8 Wochen gedulden, bevor du den Drucker bekommst. Bei fertig zusammengebauten Modellen sogar noch etwas mehr.
Da das Design open source ist, gibt es hunderte Clone, die teilweise drastisch günstiger sind. Die meisten haben aber (soweit ich mitbekommen habe) einen grottigen Kundenservice, oder es werden deutlich weniger wertige Materialien verbaut. Ergebnis ist, dass du da -> UNTER UMSTÄNDEN <- weniger Freude dran hast. Dieses automatische Bed leveling und das Heizbett, das an den Ecken mehr Heizschlangen hat, damit man eine gleichmäßige Wärmeverteilung bekommt, haben alle Clons nicht. Eine günstige Alternative sind die Clone auf jeden Fall, aber nur, wenn man sich intensiv mit der Elektronik und Mechanik beschäftigen möchte.

Hallo Ja da gibt es jede Menge an Modellen wenn etwas mehr Baugröße gewünscht ist dann vielleicht mal nach diesen Modellen schauen. Creality CR10 oder Tevo Black Widow , Prusa I3 XL ( Orballoprinting ) da sind dann zu mindest 300mm drin und liegen alle so um die 500 € und bei YouTube gibt es viele Videos von den Modellen.

Hallo Peter,

empfehlen kann ich den Prusa MK2s ohne Einschränkung. Den habe ich auch und bin vollends zufrieden.
Den gibt es fertig aufgebaut für 1000 oder zum selber zusammen bauen für glaub 749. Durch die super Anleitung hat man auch als Anfänger nicht das gefühl, überfordert zu sein.
Zudem ist er komplett Open Source und somit ohne weiteres erweiterbar.

Drucken kann man mit dem die von dir gewünschten Materialien ohne Probleme und ein beheiztes Druckbett mit Auto-Level hat er auch. Geschlossenen Bauraum hat er jedoch nicht. Gibt aber hier genug Anleitungen für einen geschlossenen Bauraum mit zwei Ikea-Tischen (Lack)

Mit Einschränkungen sind die Klone des I3 empfehlenswert, beginnen bei 150€ mit beheiztem Bett und relativ großem Bauraum, allerdings müssen elektrische Leitungen, Mosfets, Lüfter und evtl Netzteile wegen Unterdimensionierung ausgetauscht/erweitert werden, so dass man am Ende auf ungefähr 200e kommt, dazu evtl ein paar Igus Lager und neue Riemen und ca 1 Rolle Filament für gedruckte Verbesserungen (zb Rahmenversteifungen, Riemenspanner) für den Drucker sinds 250€.
Ist mit Basteln verbunden, aber am Ende hast du einen fast gleichwertigen Drucker zum Spottpreis.
Der Anet A8 dürfte der verbreiteste seiner Art sein und hat einen Riesencommunity, aber im Auslieferungszustand ist er brandgefährlich, was sich allerdings mit ein paar Aufwertungen ausmerzen lässt.

Edit: Habe mir ein Gehäuse aus OSB und Schallaschutzmatten (brandhemmend!) gezimmert http://www.anet3d-forum.de/viewtopic.php?f=24&t=380 , dazu eine 3€ Lüftersteuerung und man hat immer über 30°C, über 40° würde ich nicht gehen, wenn sich Motoren und Mainboard/nezteil mit im Gehäuse befinden.

Habe selber einen A8 und drucke damit erfolgreich PLA, PETG, ABS, TPU. Nylon soll auch gerade so gehen, habe ich aber noch nicht probiert, wobei ich auch gar nicht weiß, wie gut Nylon für Draußen ist, da hykroskopisch.

Zum Material: PETG käme noch in Frage, gute Stabilität und UV Beständigkeit, einfacher zu drucken als ABS, stabiler als PLA

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